Das höchste Gut

In der Schweiz wird in einigen Tagen über ein Gesetz abgestimmt, das nach Meinung der Beführworter die Anstrengungen für Sicherheit und Schutz der Bevölkerung vor möglichen Anschlägen oder generell kriminellen Aktivitäten erhöht. Die Gegner dieses Gesetzes befürchten, dass die Kompetenzen des Nachrichtendienstes über die Massen erweitert und damit die Freiheit der Bevölkerung drastisch beschnitten wird.
Die Befürworter sehen bei einer Ablehnung des Gesetzes unser höchstes Gut, die Sicherheit, in Gefahr. Es stellt sich jedoch die Frage, welches denn tatsächlich unser höchstes Gut ist. Ist es die Sicherheit? Oder der Wohlstand, den man gut mit Sicherheit in einem Atemzug nennen kann. Oder ist es nicht vielmehr die Freiheit? Um es mit den Worten von Benjamin Franklin zu sagen: “Wer wesentliche Freiheit aufgeben kann um eine geringfügige bloß jeweilige Sicherheit zu bewirken, verdient weder Freiheit, noch Sicherheit.”
Womit meine Meinung zu diesem Thema klar zum Ausdruck gebracht wäre. Ich sage niemandem, wie er oder sie sich zu entscheiden hat. Ich fordere meine Landsleute jedoch dazu auf, sich Gedanken um die Zukunft zu machen. Denn ich fürchte, dass Kompetenzen, die man einer Einrichtung mit staatlichem Auftrag verleiht, nur ungern wieder abgegeben werden. Und es könnte ja sein, dass sich die Terrorismusgefahr irgendwann als erledigt erweist. Was dann? Ein neuer “Feind” ist sicher schnell gefunden, um den Erhalt oder gar die Ausweitung einer solchen Überwachung zu rechtfertigen.
Die Frage der Befürworter des Gesetzes ist immer die gleiche: “Würdest du nicht auf ein bisschen Freiheit verzichten, wenn dafür auch nur ein Anschlag verhindert werden könnte?” Es ist eine Fangfrage, denn die Antwort ist eine Gegenfrage: “Wieviele Anschläge wurden denn bisher durch Rasterfahndung und präventive Überwachung verhindert?”.
Wären die Organisationen, die solches tun, unfehlbar, würde ich mich eher bereit erklären, mich in ihre Hände zu begeben. Sie sind es jedoch nicht. Und meine sichere Freiheit ist mir lieber als eine vage “Sicherheit”.

Facebook, die Fortsetzung

Vor einiger Zeit habe ich mal was zu den unschönen Praktiken von FB geschrieben und darüber, wie unglaublich rotzig und fahrlässig die mit den Accounts und den Daten der Nutzer umgehen.

Etwa um die gleiche Zeit kam WhatsApp ins Gerede, sie würden die Kontodaten und vermutlich noch mehr abgreifen. Zwischenzeitlich wurden die wieder Guten. Und jetzt hat es den Anschein, als ob Facebook sich auch die WhatsApp Nutzerdaten unter den Nagel reisst. Und das einzige was man dagegen machen kann ist: Genau, nichts. Doch, halt, man kann den Account nicht mehr nutzen. Denn gelöscht wird nichts im Internet.

Und da gibt es tatsächlich noch Leute die mich fragen, warum ich denn kein WhatsApp hätte. Das wäre schliesslich viel günstiger als immer SMS zu schreiben. Meine Antwort verschlägt den meisten dann gänzlich die Sprache: Ich habe keinen Datentarif. Ich brauche von unterwegs keinen Zugriff auf meine Mails, auf die neusten News (es müssen neue News sein, denn alte News interessieren ja keinen) und schon gar nicht auf WhatsApp. Wenn mir jemand ein Bild schicken will, dann soll er oder sie das in eine Mail packen. Das sehe ich mir dann in aller Ruhe an. Zu Hause. Mit WLAN. JA, ICH BIN NÄMLICH KEIN TECHNIKVERWEIGER. Selbst ich nutze für den Personentransport eine dieser pferdelosen Kutschen. Ich wollte eigentlich noch vorrechnen, warum mich ein Datentarif auch deutlich teurer kommt als die CHF 25.- pro Jahr die ich für Kurzmitteilungen raushaue. Und ja, ich meinte tatsächlich „pro Jahr“.

Zu diesem kurzen Artikel wurde ich durch eine Mail von der Stifgung für Konsumentenschutz SKS inspiriert. Der Ihnalt ist auch auf der Website zu finden.

Schule und die Antwort

Letzte Woche kam Ballerina in die Schule. Und was waren wir froh, dass sie nun gerne geht. Auch wenn die Hausaufgaben langweilig sind.

„Immer das gleiche wiederholen und wiederholen und wiederholen und wiederholen und …“. Irgendwann habe ich sie dann unterbrochen und ihr versichert, dass ich verstanden hätte was sie meint. Es ist aber auch nicht einfach. Wie, ausser durch Wiederholung, soll man denn diese komischen Dinger die die Erwachsenen „Zahlen“ und „Buchstaben“ nennen sonst lernen? Und das andere da, die „Wörter“. Das ist so schwierig. Ich weiss gar nicht mehr, wie ich das gelernt habe und ob es mir schwer fiel aus den Buchstaben und einzelnen Lauten ganze Wörter zu bilden. Jedenfalls hatte sie letzten Donnerstag oder Freitag ihr erstes Erfolgserlebnis. Sie hat bei einem der Wörter die mit ‚L‘ anfangen die Verbindung der einzelnen Laute geschafft und das Wort gelesen.

Dieser Moment, wenn man in die Augen seines Kindes blickt und sieht, dass es sich darüber freut, es begriffen zu haben. UNBEZAHLBAR.

Was ich ursprünglich sagen wollte wurde durch das folgende Bild inspiriert:

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Dieses Bild wurde tatsächlich IN EINER SCHULE aufgenommen. Man stelle sich das mal vor. Lasst es auf euch wirken. Und teilt mir in den Kommentaren mit, was ihr davon haltet.

Ich hoffe nur (nicht ganz ernsthaft), dass meine Kinder in der Schule überhaupt irgendwelche Antworten bekommen.

Immer diese Fragen

Es ist Sonntag, Nachmittag. Es ist noch heisser. Mindestens 30° Celsius im Schatten. Wir sitzen alle etwas ermattet bei BBs Grosseltern.

Ballerina ist ausser Hörweite mit einer künstlerischen Tätigkeit beschäftigt, geht völlig versunken in ihrem Tun auf.

Bardin beschwert sich über den herrschenden Lärm, weil grade zwei oder mehr Personen miteinandern diskutieren. Sie hält eine Lupe in der Hand und will lesen, was auf der Briefmarke steht, die Omi ihr auf ein selbstgebasteltes Couvert geklebt hat.

Bardin: „Still, ich will das jetzt lesen. Es ist zu laut.“

Ich: „Lies es halt zu Hause, da ist es vielleicht leiser.“

Bardin: „Das geht nicht, dann kommt immer Ballerina und fragt: ‚Was machst du da?'“

Ballerina schlendert vorbei und fragt beiläufig: „Was machst du da?“