Telefoncomputer, Callcenter und verloren geglaubte Handy-Nrn.

Ich muss das jetzt einfach loswerden, denn ich möchte meine Kollegen nicht länger damit belästigen. Also belästige ich euch. 😉

Erstens: Telefoncomputer.

Ich als Fan älterer und robuster Technik muss mal meine Meinung über diese Dinger zum besten geben: Ich finde sie blöd. Es ginge noch kürzer, aber möglicherweise sind solche Kraftausdrücke nicht dazu geeignet, publiziert zu werden.
Die Dinger sind doch ausschliesslich dazu da, den Telekommunikationsgesellschaften Geld in die Kasse zu spülen. Die Zeitspanne, die ein Mensch am anderen Ende bräuchte um mich mit der richtigen Person oder der richtigen Gruppe von Personen (Ringschaltung) zu verbinden, ist definitiv kürzer als die Zeitspanne, während der ich mir seltsame Fragen und Ansagen anhören muss. Nein, gemessen habe ich das noch nicht, aber gefühlt ist das so. Punkt. Dazu kommt noch: Bedient mal so ein Ding mit eurem PTT-50 Wandtelefon. Keine Chance. Ist ja auch klar, dieses alte Teil gibt keine Töne von sich, es klickt nur.

Zweitens: Callcenter.

Ich kann ja verstehen, dass ein Unternehmen wie eine nationale Bahngesellschaft oder grosse Telekommunikationsanbieter sich ein Callcenter leisten, in dem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich Menschen beschäftigt sind, die

  1. noch nie auch nur einen Mitarbeiter des zu vertretenden Unternehmens gesehen oder gesprochen haben
  2. der hiesigen Dialekte darum nicht mächtig sind, weil sie vermutlich auch noch nie einen Fuss in das Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, gesetzt haben

Wobei das so nicht ganz stimmt. Bei derart grossen Betrieben scheint man sich wieder darauf zu besinnen, dass es Sinn machen könnte, die Kunden nicht gleich mit der Frage: „Könnten Sie bitte Hochdeutsch sprechen?“ zu vergraulen. Das ist etwa so, wie wenn jemand von Hamburg aus in der BMW Zentrale anruft und zu hören kriegt: „Na wennsd nid Bayrisch redn mogst, dann hald ebn nid“ (oder wie auch immer, mein Bayrisch ist ziemlich dürftig 😉 ). Jedenfalls habe ich mit Callcentern dieser beiden Firmengattungen bisher akzeptable bis gute Erfahrungen gemacht. Nicht so bei denen solcher Firmen, auf die ich anschliessend noch näher eigehen werde.

Drittens: Verloren geglaubte Handy-Nummern.

Wollt ihr euch eure alte Handy-Nr. wieder ins Gedächtnis rufen? Ganz einfach: Sucht einfach nach einer Wohnung, werdet vom Immo-Portal eurer Wahl (bzw. des darauf inserierenden Maklerbüros) via Kontaktformular dazu aufgefordert, eure AKTUELLEN Angaben einzugeben, bekommt dann eine e-mail mit einem Link zugeschickt – den ihr bitte anklickt -, um auf einem weiteren Kontakt- bzw. Registrierungsformular zu landen, auf dem ausser eurem Nachnamen und der ALTEN Handynummer nichts weiter steht.

Nun meine Frage, auf die ich eigentlich die ganze Zeit schon hinauswill: WOHER hat diese Immobilienmaklerfirma meine alte, seit mindestens zwei Jahren nicht mehr von mir benutzte Handy-Nr.? Selbst falls ich mich irgendwann in der Vergangenheit mal bei dieser Firma tatsächlich registriert haben sollte – was äusserst unwahrscheinlich ist -, wie stellen die nur anhand des Nachnamens und meiner aktuellen Angaben die Verbindung zu meiner ALTEN Handynummer her?

Nun denn, ich habe seit dem Versprechen der Call-Center Mitarbeiterin, diese Frage an eine zuständige Person weiterzuleiten, nichts mehr gehört. Was für mich widerum bedeutet, dass ich mit dieser Bude keine Geschäfte machen werde. Denn das müsste ich, im Falle eines zustande kommenden Mietvertrags. Die kassieren nämlich für eine faktisch nicht erbrachte Dienstleistung (okay okay, sie händigen mir die Kontaktdaten des Vermieters aus, das ist schon eine ganz schön aufwändige Arbeit) einen Viertel der Monatsmiete inkl. Nebenkosten. Zuzüglich MwSt. versteht sich.

Hätte ich keine Skrupel, ich suchte mir einen Geldgeber für die nötigen 20’ooo.-, gründete eine solche Maklerfirma und liesse mir in der Karibik die Sonne auf den Bauch scheinen.

Und jetzt bitte nicht missverstehen, es gibt sie, die seriösen Makler. Aber darunter verstehe ich jemanden, der etwas für mich TUT, und sich nicht für etwas, das ein „simples“ Online Portal auch erledigen könnte, eine saftige „Provision“ bezahlen zu lassen.

Soviel dazu. Gehabt euch wohl.

Marc

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