Schach der Angst und ein Hoch auf die Feuerwehrtherapie

Die letzten Tage sind abgesehen von meiner Erkältung, die jedoch zu den meisten tollen Dingen der letzten Tage überhaupt erst den Boden legte, interessant und schön gewesen. Und erstaunlich.
Am Freitag / Samstag hatte ich meinen Feuerwehr Grundkurs. Ja, ich bin unfreiwilliger Feuerwehrmann. Allerdings sehe ich die ganze Institution heute mit anderen Augen. Und das kam so.
Es war eine dunkle und stürmische … ach ne.

blickpixel / Pixabay

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Ich stand im 2. Obergeschoss eines Schulhauses (wenn man das Hochparterre als 1. OG durchgehen lässt) am Fenster und ungefähr eine Million Kilometer unter mir der Boden auf dem die Leiter stand die ich nun hinunter musste. Ich bin noch nie aus einem Fenster eine Leiter runter die mehr als drei Tritte hatte. Und das aus gutem Grund. Aber hey, was soll ich sagen, der Kursleiter und die anderen aus meiner Klasse waren genau das. Klasse.
Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn man mit einer Angst lebt, dann hat man in jeder Situation in der sie zum Tragen kommt genau zwei Möglichkeiten: Entweder man arrangiert sich mit ihr und lässt sich von ihr knechten, oder man sagt ihr den Kampf an. Und wenn der Krieg auch noch andauern mag, die erste Schlacht ist gewonnen.

 

venturaartist / Pixabay

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Zweites Ereignis: Ballerina (6 J.) wollte, dass ihr Schach beibringe. Gemäss KiGa Lehrerin hat sie Mühe, sich über einen längeren Zeitraum konzentriert einer Aufgabe zu widmen. Nun könnte man sagen, 90 Minuten sind nicht so lange um zwei Partien Schach zu spielen, von denen sie die zweite gewonnen hat. Bemerkenswert war, dass sie ihren Frust des Verlustes der ersten Partie innert wenigen Augenblicken überwunden hatte und bei der zweiten bereits anfing Züge zu planen, sich also zu überlegen, was sie tun muss, damit sie im nächsten Zug dann mit der Dame angreifen kann. Und logisch habe ich sie in der zweiten etwas mehr geschont als in der ersten. Denn was sie lernen sollte hat sie begriffen: Wenn man nicht aufgibt, wird man besser und erreicht schliesslich sein Ziel.

 

phil1256 / Pixabay

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Drittes Ereignis: Bardin (4. J) wollte ebenfalls, dass ich ihr Schach beibringe. Ich meinte, mehr um sie für einen Moment ins andere Zimmer zu schicken und noch schnell mit meiner Frau was bereden zu können: »Geh doch schon mal die Figuren aufstellen.« Was sie dann auch tat. Und zwar korrekt. Ist aber nicht so der Hammer, schliesslich hat sie am Tag vorher ja einmal dabei zugeschaut, wie die grosse Schwester die Figuren aufgestellt hatte. Ach so, für alle die sich damit auskennen: König und Dame standen richtig rum. 😉

Oh, und last but not least (das kommt davon, wenn man wider besseren Wissens unterschliedliche Notizen verwendet): Wir sind jetzt (seit Montag irgendwann) eine komplett gerettete Familie. Abends beim zu Bett gehen teilte mir Bardin mit, dass sie Jesus jetzt auch in ihr Herz gelassen hat.

Marc

4 Comments

  1. Also dazu fallen mir mehere Dinge ein ;). Erstens finde ich es absolut erstaunlich, wenn eine 4jährige ein Schachbrett richtig aufbaut – respekt! Und zweitens, wie hast Du Deinen Kindern diese „Sache“ mit Jesus erklärt, dass diese das korrekt verstanden haben. Ich habe einen 5jährigen Sohn und rede natürlich auch von Geburt an viel mit ihm über Jesus. Aber ich meine er hat das noch nicht so verstanden, was Jesus wirklich ist.

    Das verstehen ja leider die meisten Erwachsenen nicht richtig. Er sagt er glaubt an Jesus. Aber das man Jesus annehmen (in sein Herz) lassen muss, das hat er glaube ich noch nicht so richtig verinnerlicht.

    Hast Du einen Tip für mich, wie ich ihm das besser erklären kann?

    Gruß Quin

    • Hi Quin,
      ja, ich war auch sehr erstaunt. Ich hoffe, dass man diese Verwunderung aus meiner Schilderung herauslesen kann. Mir ist indess klar, dass Ironie nur mit Text sehr schlecht transportiert werden kann.
      Wir haben unsere beiden Töchter nie gedrängt. Wir haben gebetet, wir haben ihnen entsprechende Geschichten – auch direkt aus der Bibel – vorgelesen. Sie bekommen in der Gemeinde viel mit. Mann kann es nicht „machen“, davor hatte ich auch immer „Angst“. Ich könnte sie drängen. Aber das funktioniert nicht. Sie müssen von sich aus wollen. Es ist sehr schwierig das auszuhalten. Und gebetet (für die Kinder) haben wir natürlich.
      Bei der Grosen war es wohl so, dass sie, als ich mal für einige Tage auf Geschäftsreise war, meine Frau gefragt hat, was passieren würde wenn ich nicht mehr zurückkäme oder so ähnlich. Die Aussage meiner Frau hat sie dann dazu veranlasst, ihr Leben Jesus zu geben.
      Es ist zwar keine unmittelbare Hilfe, aber letztlich kann man den Kindern nur vorleben und es dann ihnen und Gott überlassen.

  2. Danke Marc für Deine Gedanken dazu! Manchmal laufe ich so durch die Stadt und ich sehe all diese Menschen, die vollkommen versunken in dieser Welt sind und keinen Gedanken auf Gott verschwenden. Die es so lächerlich finden, an Gott zu glauben. Ich fühle mich dann wie in einer riesigen auf und ab wogenden Welle von Menschen und habe dieses Gefühl, dass ich der einzige bin der gerade in diesem Moment an Gott denkt. Ich weiß (hofffe) das das nicht der Fall ist, aber dieses Gefühl habe ich immer wieder. Das macht mich unendlich traurig. So viele verlorene Menschen. Ich denke immer wieder, dass wenn ich keinen Menschen von Gott überzeugen kann, dann doch bitte wenigstens meinen Sohn.

    Auch das ist natürlich Quatsch, denn ICH kann ja keine Christen durch mein Handeln erschaffen – nur Gott kann in ihr Herz dringen. Aber ich bin eben nur ein kleiner Mensch und kann nicht anders. Ich hoffe sehr, dass meine Gebete erhört werden und mein Sohn Jesus erkennt und annimmt.

    Ich freue mich sehr für Dich und Deine Familie! Gott segne Euch.

    • Hi Quin,
      ich kann nur schwer loslassen. Aber ich habe gelernt, dass die Entscheidung unserer Kinder für Jesus sehr viel damit zu tun hat. Wir lassen sie los, „ins Leben“, „ins da draussen“, „in die Selbständigkeit“. Sie müssen das selbst machen, aber wir dürfen sie begleiten.

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